Meinungen & News

Kapitalmarktbericht zum 3. Quartal 2022

Berlin, den 30. September 2022

Die Zuspitzung des Ukraine-Krieges bewirkt eine Verstetigung bzw. Verstärkung der negativen Tendenzen, wie wir Sie bereits in den Vorquartalen an dieser Stelle beschrieben haben.

Zugleich löst der schwelende Taiwan-Konflikt schlimme Parallel-Assoziationen aus.

 

Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an welchem wir die Auswirkungen der Pandemie noch vehement verspüren (Angebotsverknappung, Lieferverzögerungen) und nationalistische Tendenzen rund um den Erdball zunehmen.

 

Bildlich gesprochen: Wenn ohnehin bereits viele kleinere Waldbrände wüten und buchstäblich „Öl ins Feuer“ gegossen wird - noch bevor die Feuerwehr das Brandgebiet erreicht – verselbständigt sich die Katastrophe und potenziert den Schaden unkalkulierbar. Diesen nun einzudämmen, erfordert ein Vielfaches an Energie und Einsatz.

Die Unkalkulierbarkeit bzgl. des Brandschadens und der Kollateralschäden führt zu allgemeiner Investitionszurückhaltung, was eine zusätzliche Abwärtsspirale in Gang setzt.

In der Folge regieren Angst und die Wahrnehmung ganz persönlicher Lebenseinschnitte (Preissteigerungen), was wiederum nationalistische Tendenzen (zumeist ganz simple Bauernfängereien) verstärkt und die Abwärtstendenz beschleunigt. Energie- und Nahrungsmittelressourcen werden zur Waffe.

 

Dies bestätigt sich im aktuellen GFK-Konsumklimaindex, der seinen tiefsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung erreicht hat.

 

In dieser Spirale befinden wir uns aktuell und es darf gemutmaßt werden, dass beispielsweise auch ein Präsident Putin diese als Chance für sich ansieht und mit den Annexionen diese Tendenzen zu verstärken versucht.

 

Um beim Bild zu bleiben: Das konzertierte Wirken vieler Feuerwehrteams ist nun notwendig, eine globale wirtschaftliche Katastrophe abzuwenden.

 

3  „Team“ 1 - Notenbanken: konsequente Inflationsbekämpfung, um anschließend wieder zu stimulieren

3  „Team“ 2 - westl. Regierungen: Balanceakt zwischen Ukraineunterstützung und nuklearer Deeskalation

3  „Team“ 3 - asiatische Regierungen: Geltendmachung des Einflusses auf den Kreml zur Konfliktlösung auch zum ganz eigenen wirtschaftlichen Vorteil (China braucht funktionierende globale Märkte!) und Zurückhaltung in der Taiwan-Frage

3  „Team“ 4 - Unternehmen/Arbeitnehmer: aktuell stabile Arbeitsmärkte sind DER soziale Anker; die Weitsicht der Unternehmer und ein zurückkehrendes positives Investitionsklima sind unbedingt notwendig

3  „Team“ 5 - USA-Europa / China: bilaterale Konflikte müssen abgebaut werden

3  entscheidend: Entstehung einer Exit-Strategie für den Krieg, da ansonsten keine noch so gut funktionierende „Teamarbeit“ ausreichen wird

 

An den Kapitalmärkten werden Erwartungen eingepreist, nicht die aktuelle Situation!

 

Das bedeutet, dass ein Abgleich ebendieser Erwartungen auf deren Eintrittswahrscheinlichkeit hin, eingeschätzt werden muss. Es entstehen in Euphoriephasen positive und im Panikumfeld negative Übertreibungen. Von letzterem Punkt sind wir wohl in vielerlei Hinsicht nicht mehr weit entfernt.

 

Beispiel 1: Die hohen Inflationsraten, insbesondere in Europa, basieren vornehmlich auf der Explosion der Energierohstoffpreise. Der Basiseffekt aus der Bewegung der letzten Monate läuft in Q1 2023 aus. Ein Konjunkturabschwung sogt überdies für einen Nachfragerückgang, was preisdämpfend wirken sollte.

Fazit: Ein Rückgang der Preissteigerung bei mindestens gleichbleibenden Parallelkriterien erscheint im ersten Quartal 2023 wahrscheinlich. Dies würde den Druck von den Notenbanken nehmen und Handlungsoptionen neu eröffnen.

 

Beispiel 2: Die aktuellen „Angstwerte“ von Investoren befinden sich auf dem Niveau der Finanzkrise von 2008 und knapp unter denen des Sommers 1990 (Kuweit-Einmarsch, Rezession). Eine breite negative Stimmung besagt, dass die meisten Marktakteure bereits entsprechend positioniert sind und ihre Einschätzung am Kapitalmarkt umgesetzt haben. Dies ist grundsätzlich ein eher positives Anzeichen. Es fehlt lediglich der finale „sell off“.

 

Welche Folgerung ziehen wir aus der aktuellen Situation?

 

Jedwede historischen Vergleiche verbieten sich, denn die aktuelle Situation ist nicht vergleichbar.

 

Insofern das unmittelbare Kriegsgeschehen sich territorial nicht ausweitet, werden Wege aus der wirtschaftlichen Krise gefunden und gegangen. In diesem Szenario könnte der momentane Pessimismus und die teils vorhandene Panik als Indikator für eine nahende Bodenbildung an den Märkten dienen.

Der wirtschaftliche Verlust eines wegfallenden russischen Marktes ist verkraftbar, die Energieversorgung wird – unter erheblichen Kosten und unter Wohlstandsverzicht – transformierbar sein.

 

Auf jeden Fall halten wir an unserer bisherigen, ganz zentralen Empfehlung fest, dass substanzstarke Sachwerte - zu denen insbesondere direkte Aktien,- Immobilien- und Edelmetallinvestments gehören – maßgebliche Kerninvestments sein sollten.

Genau diese Strategie verfolgen wir auch weiterhin in unseren Vermögensverwaltungsportfolios, da wir trotz gefallener Kurse noch nicht den Zeitpunkt als gekommen ansehen, in welchem Wachstumswerte ein kalkulierbar positives Chance-Risiko-Profil aufzeigen.

Im Rentenbereich empfehlen wir aufgrund des anhaltenden Zinsanstieges und der Bonitätsrisiken in Folge rezessiver Entwicklungen, Investments mit kurz- bis maximal mittelfristigen Laufzeiten bei zugleich kritischer Emittentenauswahl.

Eine solide Liquiditätshaltung erachten wir zusätzlich als sehr sinnvoll.

 

Ganz wichtig bleibt unser Rat gerade in der aktuell eskalierten politischen Situation, keinesfalls in Panik zu verfallen und trotz unausweichlich aufkommender Emotionen jede Handlung am Kapitalmarkt vorab nüchtern zu überdenken.

Auch wenn wir als Finanzexperten keine der berühmtem „Kristallkugeln“ besitzen, so können wir in bilateralen Gesprächen helfen, die Informationsbasis zu verbessern und falsche, emotionsbasierte Kurzfristentscheidungen zu verringern.

Diese Gespräche mit Ihnen, unseren Mandanten, sind uns gerade jetzt besonders wichtig.

 

Lassen Sie uns also im Schulterschluss die derzeitige Krise gemeinsam meistern.

 

Wir, als Ihre persönliche Privatbank sind für Sie da!

 

Vielen Dank.

 

Ihre

B E R L I N E R  E F F E K T E N B A N K

Niederlassung der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank

 

© BERLINER EFFEKTENBANK @iAY

Die Zuspitzung des Ukraine-Krieges bewirkt eine Verstetigung bzw. Verstärkung der negativen Tendenzen, wie wir Sie bereits in den Vorquartalen an dieser Stelle beschrieben haben.

Zugleich löst der schwelende Taiwan-Konflikt schlimme Parallel-Assoziationen aus.

 

Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an welchem wir die Auswirkungen der Pandemie noch vehement verspüren (Angebotsverknappung, Lieferverzögerungen) und nationalistische Tendenzen rund um den Erdball zunehmen.

 

Bildlich gesprochen: Wenn ohnehin bereits viele kleinere Waldbrände wüten und buchstäblich „Öl ins Feuer“ gegossen wird - noch bevor die Feuerwehr das Brandgebiet erreicht – verselbständigt sich die Katastrophe und potenziert den Schaden unkalkulierbar. Diesen nun einzudämmen, erfordert ein Vielfaches an Energie und Einsatz.

Die Unkalkulierbarkeit bzgl. des Brandschadens und der Kollateralschäden führt zu allgemeiner Investitionszurückhaltung, was eine zusätzliche Abwärtsspirale in Gang setzt.

In der Folge regieren Angst und die Wahrnehmung ganz persönlicher Lebenseinschnitte (Preissteigerungen), was wiederum nationalistische Tendenzen (zumeist ganz simple Bauernfängereien) verstärkt und die Abwärtstendenz beschleunigt. Energie- und Nahrungsmittelressourcen werden zur Waffe.

 

Dies bestätigt sich im aktuellen GFK-Konsumklimaindex, der seinen tiefsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung erreicht hat.

 

In dieser Spirale befinden wir uns aktuell und es darf gemutmaßt werden, dass beispielsweise auch ein Präsident Putin diese als Chance für sich ansieht und mit den Annexionen diese Tendenzen zu verstärken versucht.

 

Um beim Bild zu bleiben: Das konzertierte Wirken vieler Feuerwehrteams ist nun notwendig, eine globale wirtschaftliche Katastrophe abzuwenden.

 

3  „Team“ 1 - Notenbanken: konsequente Inflationsbekämpfung, um anschließend wieder zu stimulieren

3  „Team“ 2 - westl. Regierungen: Balanceakt zwischen Ukraineunterstützung und nuklearer Deeskalation

3  „Team“ 3 - asiatische Regierungen: Geltendmachung des Einflusses auf den Kreml zur Konfliktlösung auch zum ganz eigenen wirtschaftlichen Vorteil (China braucht funktionierende globale Märkte!) und Zurückhaltung in der Taiwan-Frage

3  „Team“ 4 - Unternehmen/Arbeitnehmer: aktuell stabile Arbeitsmärkte sind DER soziale Anker; die Weitsicht der Unternehmer und ein zurückkehrendes positives Investitionsklima sind unbedingt notwendig

3  „Team“ 5 - USA-Europa / China: bilaterale Konflikte müssen abgebaut werden

3  entscheidend: Entstehung einer Exit-Strategie für den Krieg, da ansonsten keine noch so gut funktionierende „Teamarbeit“ ausreichen wird

 

An den Kapitalmärkten werden Erwartungen eingepreist, nicht die aktuelle Situation!

 

Das bedeutet, dass ein Abgleich ebendieser Erwartungen auf deren Eintrittswahrscheinlichkeit hin, eingeschätzt werden muss. Es entstehen in Euphoriephasen positive und im Panikumfeld negative Übertreibungen. Von letzterem Punkt sind wir wohl in vielerlei Hinsicht nicht mehr weit entfernt.

 

Beispiel 1: Die hohen Inflationsraten, insbesondere in Europa, basieren vornehmlich auf der Explosion der Energierohstoffpreise. Der Basiseffekt aus der Bewegung der letzten Monate läuft in Q1 2023 aus. Ein Konjunkturabschwung sogt überdies für einen Nachfragerückgang, was preisdämpfend wirken sollte.

Fazit: Ein Rückgang der Preissteigerung bei mindestens gleichbleibenden Parallelkriterien erscheint im ersten Quartal 2023 wahrscheinlich. Dies würde den Druck von den Notenbanken nehmen und Handlungsoptionen neu eröffnen.

 

Beispiel 2: Die aktuellen „Angstwerte“ von Investoren befinden sich auf dem Niveau der Finanzkrise von 2008 und knapp unter denen des Sommers 1990 (Kuweit-Einmarsch, Rezession). Eine breite negative Stimmung besagt, dass die meisten Marktakteure bereits entsprechend positioniert sind und ihre Einschätzung am Kapitalmarkt umgesetzt haben. Dies ist grundsätzlich ein eher positives Anzeichen. Es fehlt lediglich der finale „sell off“.

 

Welche Folgerung ziehen wir aus der aktuellen Situation?

 

Jedwede historischen Vergleiche verbieten sich, denn die aktuelle Situation ist nicht vergleichbar.

 

Insofern das unmittelbare Kriegsgeschehen sich territorial nicht ausweitet, werden Wege aus der wirtschaftlichen Krise gefunden und gegangen. In diesem Szenario könnte der momentane Pessimismus und die teils vorhandene Panik als Indikator für eine nahende Bodenbildung an den Märkten dienen.

Der wirtschaftliche Verlust eines wegfallenden russischen Marktes ist verkraftbar, die Energieversorgung wird – unter erheblichen Kosten und unter Wohlstandsverzicht – transformierbar sein.

 

Auf jeden Fall halten wir an unserer bisherigen, ganz zentralen Empfehlung fest, dass substanzstarke Sachwerte - zu denen insbesondere direkte Aktien,- Immobilien- und Edelmetallinvestments gehören – maßgebliche Kerninvestments sein sollten.

Genau diese Strategie verfolgen wir auch weiterhin in unseren Vermögensverwaltungsportfolios, da wir trotz gefallener Kurse noch nicht den Zeitpunkt als gekommen ansehen, in welchem Wachstumswerte ein kalkulierbar positives Chance-Risiko-Profil aufzeigen.

Im Rentenbereich empfehlen wir aufgrund des anhaltenden Zinsanstieges und der Bonitätsrisiken in Folge rezessiver Entwicklungen, Investments mit kurz- bis maximal mittelfristigen Laufzeiten bei zugleich kritischer Emittentenauswahl.

Eine solide Liquiditätshaltung erachten wir zusätzlich als sehr sinnvoll.

 

Ganz wichtig bleibt unser Rat gerade in der aktuell eskalierten politischen Situation, keinesfalls in Panik zu verfallen und trotz unausweichlich aufkommender Emotionen jede Handlung am Kapitalmarkt vorab nüchtern zu überdenken.

Auch wenn wir als Finanzexperten keine der berühmtem „Kristallkugeln“ besitzen, so können wir in bilateralen Gesprächen helfen, die Informationsbasis zu verbessern und falsche, emotionsbasierte Kurzfristentscheidungen zu verringern.

Diese Gespräche mit Ihnen, unseren Mandanten, sind uns gerade jetzt besonders wichtig.

 

Lassen Sie uns also im Schulterschluss die derzeitige Krise gemeinsam meistern.

 

Wir, als Ihre persönliche Privatbank sind für Sie da!

 

Vielen Dank.

 

Ihre

B E R L I N E R  E F F E K T E N B A N K

Niederlassung der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank