Meinungen & News

Bericht zu unseren Vermögensverwaltungen für das 3. Quartal 2021

Berlin, den 1. Oktober 2021

In den letzten Tagen dürfte der Ausgang der Bundestagswahl zu den meistdiskutierten Themen zählen. Doch Vorsicht: Diese regionale Sicht auf die Dinge verklärt den Blick auf das Wesentliche. Sicherlich werden in Deutschland nach 16 Jahren konstanter Führung Weichen neu gestellt, aber:

  • erstens werden wir eine gemäßigte Regierung aus der politischen Mitte erhalten,
  • zweitens haben sich alle involvierten Parteien in Verantwortung stehend, als bisher zuverlässig erwiesen,
  • und drittens sind die unveränderten globalen Herausforderungen (Ressourcenknappheit, Energiewandel, Digitalisierung, USA-China-Konflikt, europäischer Stellenwert, US-Haushaltsstreit) überlagernd relevant.

 

Der globale gesellschaftliche, technologische und geopolitische Wandel wird die nächsten Jahre prägen und nicht auf Deutschland warten. Eine neue deutsche Regierung muss sich dieser Realität stellen und europäisch führend schnell Antworten entwickeln.

 

Nach Beendigung des Kalten Krieges 1989 – mit zuvor stabilen politischen und wirtschaftlichen Bündnissen – veränderte sich die Welt hin zum politischen Multilateralismus und parallel zur wirtschaftlichen Globalisierung.

 

Diese Divergenz führt zunehmend zu Verwerfungen und lässt die lang gelobte Globalisierung zum Spielball politischer Interessen werden. Dies äußert sich beispielsweise in der Unterbrechung von Lieferketten und in der Blockierung von Ressourcen sowie in der Hinterfragung von Bündnisstabilitäten (z.B. Nato/Türkei, USA/UNO, Europa/Ungarn, Polen).

 

Neue gesellschaftliche Konzepte und internationale Strategien werden sich herausbilden und einer deutschen Regierung kommt die Aufgabe zu, diese Veränderungen zu erkennen, anzunehmen und Lösungen zu gestalten.

 

Wie ordnen wir das momentane Kapitalmarktgeschehen ein?

 

Unterbrochene Lieferketten und Produktionsengpässe sorgen für eine Angebotsverknappung und in Folge der liquiden Nachfragestärke zu Preisanstiegen. Diese Situation dürfte noch bis ins Jahr 2023 hinein anhalten und damit kurzfristige inflationäre Tendenzen verstetigen. Da sich zudem die wirtschaftliche Erholung fortsetzt, werden die Zentralbanken im ersten Schritt Anleihekäufe zurückfahren und später (frühestens Ende 2022) moderate Zinserhöhungsschritte anvisieren.

 

Die Kapitalmärkte werden diese Signale sehr ernst nehmen und den „Liebesentzug“ nach den vielen Jahren der ansteigenden Liquiditätsschaffung verdauen müssen. Wir denken, dass einerseits Zinsanhebungen nur im Einklang mit negativ verbleibenden Realzinsen und ein Rückfahren der Anleiheprogramme sehr marktschonend erfolgen werden.

 

Zur Erinnerung: der Leitzins der EZB lag vor der Finanzkrise 2008 bei 4,25% p.a. (aktuell 0,00% p.a.); die Inflationsrate lag bei 2,3% p.a. in der EURO-Zone (aktuell 3,0% p.a.).

 

Die anhaltend hohe Marktliquidität bei zugleich negativen Realzinsen wird die Aktienmärkte weiter stützen und Anleger werden Rücksetzer zum Einstieg nutzen.

 

Produktionsengpässe können durch technischen Fortschritt und Effizienzsteigerungen wettgemacht werden und Nachholeffekte erzeugen.

Problematisch bleibt die politische Weltkarte und hierbei insbesondere die taktische Ausrichtung Chinas auf dem angestrebten Weg hin zur Wirtschaftsmacht Nr. 1.

 

Fazit:

Unverändert restriktiv sehen wir die Rentenmärkte (niedrige Zinsniveaus mit geringen Bonitätsspreads bei zugleich bestehender Zinsanstiegsphantasie). Unser frühzeitiger Einstieg in inflationsindexierte Anleihen hat sich als richtig erwiesen und stützt unsere Portfolien.

 

Die Aktienmärkte sind weiterhin hoch bewertet, aber nicht überbewertet. Wir erwarten hier weitere Unterstützung und insbesondere bei der Lösung einiger der vorbeschriebenen politischen Hemmnisse, zusätzliche Impulse.

 

Die Edelmetalle zeigen sich seit Beginn des Jahres schwach und konterkarieren die Kapitalmarktsituation. Zudem sehen wir eine Divergenz zwischen dem physischen Markt und dem Anlagemarkt. Nicht zu leugnen ist eine augenblickliche negative Tendenz, jedoch sollten die Rahmenbedingungen im Abgleich mit den aktuellen Bewertungen Erholungspotentiale bieten.

 

In unseren Vermögensverwaltungen freuen wir uns in diesem Jahr über eine nahezu durchweg positive Entwicklungstendenz über alle Varianten. Insbesondere in unserer Vermögensverwaltungsvariante „Struktur“ (covered call- / Discountstrategie) konnten wir die nun seit 6 Monaten seitwärts tendierenden Märkte sehr erfolgreich nutzen.

 

Wir werden die beschriebenen Marktrisiken mit hoher Konzentration managen und wollen Rückschläge an den Aktienmärkten für weitere Aufstockungen im Aktiensegment nutzen. In diesem Sinne starten wir als Ihre persönliche Privatbank in das Schlussquartal des Jahres 2021.



Ihre

 

B E R L I N E R  E F F E K T E N B A N K

Niederlassung der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank

 

© BERLINER EFFEKTENBANK @iAY

In den letzten Tagen dürfte der Ausgang der Bundestagswahl zu den meistdiskutierten Themen zählen. Doch Vorsicht: Diese regionale Sicht auf die Dinge verklärt den Blick auf das Wesentliche. Sicherlich werden in Deutschland nach 16 Jahren konstanter Führung Weichen neu gestellt, aber:

  • erstens werden wir eine gemäßigte Regierung aus der politischen Mitte erhalten,
  • zweitens haben sich alle involvierten Parteien in Verantwortung stehend, als bisher zuverlässig erwiesen,
  • und drittens sind die unveränderten globalen Herausforderungen (Ressourcenknappheit, Energiewandel, Digitalisierung, USA-China-Konflikt, europäischer Stellenwert, US-Haushaltsstreit) überlagernd relevant.

 

Der globale gesellschaftliche, technologische und geopolitische Wandel wird die nächsten Jahre prägen und nicht auf Deutschland warten. Eine neue deutsche Regierung muss sich dieser Realität stellen und europäisch führend schnell Antworten entwickeln.

 

Nach Beendigung des Kalten Krieges 1989 – mit zuvor stabilen politischen und wirtschaftlichen Bündnissen – veränderte sich die Welt hin zum politischen Multilateralismus und parallel zur wirtschaftlichen Globalisierung.

 

Diese Divergenz führt zunehmend zu Verwerfungen und lässt die lang gelobte Globalisierung zum Spielball politischer Interessen werden. Dies äußert sich beispielsweise in der Unterbrechung von Lieferketten und in der Blockierung von Ressourcen sowie in der Hinterfragung von Bündnisstabilitäten (z.B. Nato/Türkei, USA/UNO, Europa/Ungarn, Polen).

 

Neue gesellschaftliche Konzepte und internationale Strategien werden sich herausbilden und einer deutschen Regierung kommt die Aufgabe zu, diese Veränderungen zu erkennen, anzunehmen und Lösungen zu gestalten.

 

Wie ordnen wir das momentane Kapitalmarktgeschehen ein?

 

Unterbrochene Lieferketten und Produktionsengpässe sorgen für eine Angebotsverknappung und in Folge der liquiden Nachfragestärke zu Preisanstiegen. Diese Situation dürfte noch bis ins Jahr 2023 hinein anhalten und damit kurzfristige inflationäre Tendenzen verstetigen. Da sich zudem die wirtschaftliche Erholung fortsetzt, werden die Zentralbanken im ersten Schritt Anleihekäufe zurückfahren und später (frühestens Ende 2022) moderate Zinserhöhungsschritte anvisieren.

 

Die Kapitalmärkte werden diese Signale sehr ernst nehmen und den „Liebesentzug“ nach den vielen Jahren der ansteigenden Liquiditätsschaffung verdauen müssen. Wir denken, dass einerseits Zinsanhebungen nur im Einklang mit negativ verbleibenden Realzinsen und ein Rückfahren der Anleiheprogramme sehr marktschonend erfolgen werden.

 

Zur Erinnerung: der Leitzins der EZB lag vor der Finanzkrise 2008 bei 4,25% p.a. (aktuell 0,00% p.a.); die Inflationsrate lag bei 2,3% p.a. in der EURO-Zone (aktuell 3,0% p.a.).

 

Die anhaltend hohe Marktliquidität bei zugleich negativen Realzinsen wird die Aktienmärkte weiter stützen und Anleger werden Rücksetzer zum Einstieg nutzen.

 

Produktionsengpässe können durch technischen Fortschritt und Effizienzsteigerungen wettgemacht werden und Nachholeffekte erzeugen.

Problematisch bleibt die politische Weltkarte und hierbei insbesondere die taktische Ausrichtung Chinas auf dem angestrebten Weg hin zur Wirtschaftsmacht Nr. 1.

 

Fazit:

Unverändert restriktiv sehen wir die Rentenmärkte (niedrige Zinsniveaus mit geringen Bonitätsspreads bei zugleich bestehender Zinsanstiegsphantasie). Unser frühzeitiger Einstieg in inflationsindexierte Anleihen hat sich als richtig erwiesen und stützt unsere Portfolien.

 

Die Aktienmärkte sind weiterhin hoch bewertet, aber nicht überbewertet. Wir erwarten hier weitere Unterstützung und insbesondere bei der Lösung einiger der vorbeschriebenen politischen Hemmnisse, zusätzliche Impulse.

 

Die Edelmetalle zeigen sich seit Beginn des Jahres schwach und konterkarieren die Kapitalmarktsituation. Zudem sehen wir eine Divergenz zwischen dem physischen Markt und dem Anlagemarkt. Nicht zu leugnen ist eine augenblickliche negative Tendenz, jedoch sollten die Rahmenbedingungen im Abgleich mit den aktuellen Bewertungen Erholungspotentiale bieten.

 

In unseren Vermögensverwaltungen freuen wir uns in diesem Jahr über eine nahezu durchweg positive Entwicklungstendenz über alle Varianten. Insbesondere in unserer Vermögensverwaltungsvariante „Struktur“ (covered call- / Discountstrategie) konnten wir die nun seit 6 Monaten seitwärts tendierenden Märkte sehr erfolgreich nutzen.

 

Wir werden die beschriebenen Marktrisiken mit hoher Konzentration managen und wollen Rückschläge an den Aktienmärkten für weitere Aufstockungen im Aktiensegment nutzen. In diesem Sinne starten wir als Ihre persönliche Privatbank in das Schlussquartal des Jahres 2021.



Ihre

 

B E R L I N E R  E F F E K T E N B A N K

Niederlassung der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank