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Kapitalmarktbericht für das Jahr 2020 und Ausblick auf das Jahr 2021

Berlin, im Januar 2021

Ein Jahr der Extreme ist zu Ende gegangen!

Zu Beginn des Jahres 2020 hatten wir prognostiziert, dass politische Entscheidungen (US-Wahlkampf, Brexit, Konflikte im Nahen Osten, Handelskonflikte) maßgeblich auf das Börsengeschehen wirken werden und für hohe Marktschwankungen sorgen könnten.

Dies trat ein - aber am Ende anders als erwartet. Der Ausbruch der Corona-Pandemie änderte nahezu alles und schaffte ein Novum auf unserem Planeten: Das politisch diktierte Herunterfahren der Wirtschaft.

Das so plötzliche Auftauchen des Virus, seine sprunghafte Verbreitung und die Hilflosigkeit im Umgang sorgten für hohe Irritationen an den Kapitalmärkten und bei Investoren. Im Ergebnis entstanden Paniksituationen an den Börsen mit entsprechenden Kursbewegungen über alle Anlageklassen hinweg. Allein der DAX hatte einen Schwankungskorridor von ca. 40% in nur einem Jahr. Er konnte letztlich sogar eine knapp positive Performance erreichen.

Der gute Jahresausklang basierte im Wesentlichen auf der Aussicht nach einer schnellen Impfstofflösung, der Klarheit im US-Präsidentschaftswahlkampf und der Hoffnung auf einen halbwegs geordneten Brexit.

 

 

In unseren Vermögensverwaltungen konnten wir im gesamten Jahr eine Volatilität deutlich unterhalb des Marktgeschehens verzeichnen. Genau diese Robustheit in den Portfolien ist eines unserer wesentlichen Ziele und wurde erreicht. Insbesondere in den Fondsverwaltungen ist uns aufgrund der höheren Investitionsbreite eine sehr zufriedenstellen Performance bei zugleich besonders geringem Schwankungskorridor gelungen.

Was erwarten wir vom Jahr 2021:

Beachtenswert sind die inzwischen wieder hohen Kursniveaus an den Aktienmärkten. Diese zeigen ein hohes Maß an Optimismus auf, obgleich die Probleme mitnichten aus der Welt sind.


Was aber verursacht diese frühe Euphorie?

  •  Die Impfstoffentwicklung lässt ein „Licht am Ende des Tunnels“ erkennen.
  •  Die hohe Substanz und Gewinnsituation bei den führenden Technologieunternehmen garantieren
  • weitere Innovationen (anders als in der Technologieblase im Jahr 1998).
  •  Die Stimulanz über staatliche Konjunkturprogramme und Geldmengenausweitung der Notenbanken
  • ist historisch einzigartig (Liquiditäts- und Nachfragedruck).
  •  Das Niedrigzinsumfeld führt zu einem Umdenken bei den historischen Bewertungskennziffern.
  •  Es besteht ein hoher Optimismus für eine neu erwachende globale Verständigung.

Alle diese Faktoren sind bekannt und an den Aktienmärkten bereits eingepreist.

Auch wir sind optimistisch gestimmt – wohl wissend, dass ebendieser Konsens am Aktienmarkt gefährlich sein kann. Wir befinden uns im Frühstadium eines neuen Konjunkturaufschwunges und preisen dessen positiven Verlauf bereits heute ein.

 

Im Gegensatz zu vielen früheren Börsenrallys erleben wir jedoch eine weitaus homogenere Balance zwischen Erwartungen und bestehender Substanz. Ein Beispiel: Im Dax liegt die durchschnittliche Dividendenrendite bei ca. 3% p.a. - bei einem Zinsniveau von minus 0,5% p.a.

Potential sehen wir in den zyklischen Titeln sowie in klassischen Value-Werten, da diese bislang der Börsenentwicklung nachlaufen.

 

Alle Attribute zusammengenommen prognostizieren wir für das Jahr 2021 Folgendes:

  1. Assetklasse „Liquidität“: Die Zentralbanken werden bis auf weiteres die Leitzinsen niedrig halten. Liquidität rentiert damit negativ und das real umso mehr, wenn die Inflation ansteigen sollte.
  2. Assetklasse „Renten“: In Folge des niedrigen Zinsniveaus und der immer noch flachen Zinsstrukturkurve ist ein positiver Realzins schwer erreichbar. Sollten sich ansteigende Inflationskennzahlen andeuten, kann dies schnell zu einem Anstieg der langfristigen Zinsen führen und damit Kursrisiken bei langlaufenden Papieren nach sich ziehen.
  3. Assetklasse „Immobilien“: Inwiefern die Pandemie den Markt der Gewerbe- und Büroimmobilien nachhaltig verändern könnte bleibt abzuwarten. Im Wohnimmobilienmarkt erwarten wir eine Fortsetzung des positiven Preistrends aufgrund der Knappheit in Ballungszentren.
  4. Assetklasse „Aktien“: Wie oben beschrieben, spricht vieles für eine kräftige konjunkturelle Erholung. Der hohe Liquiditätsüberhang wird die Kurse stützen. Sollten sich die Tendenzen hin zu einem starken Wirtschaftsaufschwung weltweit verfestigen, werden die Kapazitätsauslastungen ansteigen und Preissteigerungen nach sich ziehen. „Die Aktie“ wäre dann eines der geeignetsten Investitionsobjekte.
  5. Assetklasse „Rohstoffe/Edelmetalle“: Die hohe Marktliquidität gepaart mit einer zunehmenden Skepsis in die Geldwertstabilität hat Anleger bereits in 2020 in Gold und Silber investieren lassen. Diesen Trend sehen wir weiterhin. Wenn die Konjunktur wieder nachhaltig anspringt, wird der Technologie- und Halbleitersektor zusätzlich Nachfrage in einigen Metallen schaffen. Wir sehen weitere Kurspotentiale.

 

Lassen Sie uns das Marktgeschehen weiterhin in vielen gemeinsamen Fachgesprächen bilateral diskutieren und im Einklang mit Ihren ganz persönlichen Erwarten in Ihrer Anlagestrategie umsetzen.

 

Sie werden uns als stabilen und bonitätsstarken Partner an Ihrer Seite haben, denn auch in diesem herausfordernden Jahr konnte unsere Bank - im 20. Jahr in Folge – wachsen und seine Marktstellung stark ausbauen. Diese Konstanz und Nachhaltigkeit werde wir auch in der Zusammenarbeit mit Ihnen beibehalten.

 

Wir danken Ihnen als unsere treuen Geschäftspartner für den Zusammenhalt in diesem spektakulären Jahr und freuen uns darauf, weiterhin für Sie da zu sein.

Ihre

 

B E R L I N E R  E F F E K T E N B A N K

Niederlassung der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank

 

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