Meinungen & News

Kapitalmarktbericht für das Jahr 2022 und Ausblick auf das Jahr 2023

Berlin, den 31. Dezember 2022

Unser letztjähriger Kapitalmarktbericht per 31.12.2021 begann wie folgt:

„Das Jahr 2020 stand wesentlich im Fokus der ersten beiden Pandemiewellen und des US-Präsidentschaftswahlkampfes. In 2021 gesellten sich zum Pandemiegeschehen hinzu, was wir lange nicht mehr kannten: industrielle Lieferengpässe und Inflationssorgen.“

(Leider) nahtlos fortsetzen lassen sich diese Eingangszeilen nun mit den Worten:

2022 – das Jahr, in dem der Krieg nach Europa zurückkehrte, geopolitische Verwerfungen globale Wirtschaftskreisläufe in Frage stellten, eine brisante Energiekrise insbesondere Europa beherrschte und ungeahnt hohe Inflationsdaten im zweistelligen Prozentbereich Wirtschaft sowie Verbraucher heimsuchte.

 

Seit drei Jahren sind Politik, Wirtschaft und Gesellschaftsstrukturen unter Dauerstress!

Regeln, Prinzipien, Errungenschaften und Strukturen werden verändert. Olaf Scholz´ „Zeitenwende“ wird unseres Erachtens weitaus größer, umfassender und einschneidender zu interpretieren sein, als der reine Bezug auf den russischen Angriffskrieg. Und dabei ist die Klimaproblematik fast schon zur Nebensache verkommen.

 

Wir erinnern:

Das deutsche Erfolgs- und Wohlstandsmodell fußte im Wesentlichen auf drei Säulen: dem militärischen Schutz durch die USA, dem billigen Energieimport aus Russland und der kostengünstigen Produktionsauslagerung im Wesentlichen nach China.

Das Beispiel unseres Landes zeigt eindrucksvoll die Dimension der Zäsur auf, in der wir uns befinden.

 

 

Unser Blick voraus auf die Kernthemen:

1) Inflationsgeschehen: Basiseffekt, Konjunkturrückgang und Reduktion der Lieferengpässe sollten die Kerninflation sukzessive reduzieren und innerhalb der nächsten zwei Jahre in den Bereich 2%-4% zurückführen.

2) Zentralbanken: Im Vordergrund steht die Inflationseindämmung. In der Hoffnung, dass dies durch konsequentes Tapering und Zinsanhebungen gelingt, bestehen ab Anfang 2024 Zinssenkungsphantasien.

3) Rolle Chinas: Sobald China pandemiebedingt seine Produktions- und Logistikkapazitäten wieder voll nutzen kann, verringern sich die weltweiten Lieferprobleme, das Angebot steigt und kann die Nachfrage befriedigen. In der Folge sinkt die Inflation und eine Stimulanz der Wirtschaft erfolgt.

4) Wirtschaftskrieg: Weitet sich der Wirtschaftskrieg (Chips, Sensoren, Genehmigungen…) zwischen den USA und China aus, werden enorme Markteinflüsse und politische Eskalationen spürbar sein. Dies erstickt jedwede Hoffnungen auf eine Stimmungsverbesserung, treibt die Inflation neu an und kostet Wachstum.

5) Russland: Eine despotisch geführte Nuklearmacht mit Allmachtphantasien und zunehmender Isolierung birgt unkalkulierbares Eskalationspotential.

6) Europa: Europas Stellung definiert sich neu über Eigenständigkeit in militärischen, wirtschaftlichen, politischen und finanziellen Fragen. Gelingt dieser Umbau jetzt nicht, besteht die Gefahr des Zerbrechens, mindestens der Verzwergung.

 

Warum listen wir diese Punkte beispielhaft auf?

Weil wir aufzeigen, dass die Erde weltpolitisch und weltwirtschaftlich vor einem herausfordernden Jahr 2023

steht – einem Jahr mit vielen extremen Risiko-(wende-)punkten.

In diesem Bewusstsein raten wir dazu, höhere Investitionsrisiken weiterhin zu meiden, Substanzanlagen zu favorisieren und Chancen in Folge von offensichtlichen Marktübertreibungen selektiv zu nutzen.

 

Alle Attribute zusammengenommen prognostizieren wir für das Jahr 2023 Folgendes:

 

1)  Assetklasse „Liquidität“:

Die Zentralbanken werden die Leitzinsen im Hinblick auf die Inflationsdaten weiter anheben. Liquidität wird jedoch unverändert real negativ rentieren.

 

2)  Assetklasse „Renten“:

In Folge des anhaltend negativen Realzinses bleibt diese Assetklasse vorerst unattraktiv. Bei weiterem Anstieg der Renditeniveaus kann eine Positionierung in Erwartung rückläufiger Inflationsdaten und einhergehender Zinsstabilisierung in 2023 attraktiv werden

 

3) Assetklasse „Immobilien“:

Preisrückgänge aufgrund von Stagnationsrisiken werden durch rückläufige Bautätigkeiten und Kostenanstiege ausgeglichen. Wir erwarten eine Seitwärtsentwicklung.

 

4)  Assetklasse „Aktien“:

Nahezu alle wichtigen Aktienindizes sind mit KGV´s unterhalb der historischen     Durchschnitte bewertet. Weitere Rückgänge bei den Gewinnprognosen sind zwar zu erwarten – diese sind jedoch in den Preisabschlägen berücksichtigt. Unternehmen sind zudem in der Lage, Geldentwertungen durch Preisanhebungen zu kompensieren. Trotz anhaltend hoher Volatilitäten sehen wir in Aktienanlagen das beste Chance-Risiko-Potential aller Anlageklassen.

 

5) Assetklasse „Rohstoffe/Edelmetalle“:

Höhere Zinsen wirken preisdämpfend auf Edelmetalle. Die Nachfrage nach Industriemetallen sinkt mit zunehmender Wirtschaftsstagnation. Jedoch sind diese Erwartungen bereits eingepreist und positivere Entwicklungen wären dynamische Zündstoffe.

 

Wir werden im Jahr 2023 weiterhin unseren Fokus darauf richten, eine hohe Robustheit der Portfolien zu erreichen. Im abgelaufenen Jahr ist uns dies weitestgehend sehr gut gelungen, was nicht zuletzt die Entwicklung unserer offensivsten Vermögensverwaltungsvariante „Einzelwerte/Chance“ verdeutlicht.

Mit einem Minus in Höhe von nur 4,59% konnten wir unsere Kunden zwar nicht vollständig vor Verlusten bewahren, jedoch deutlich oberhalb der Marktindizes abschneiden.

 

Wir werden gemeinsam mit Ihnen, unseren Mandanten und Partnern das anstehende Börsenjahr erfolgreich meistern, dabei den intensiven Dialog aufrechterhalten und treue Partner an Ihrer Seite sein.

Wir danken Ihnen, dass Sie uns die Chance dazu geben!

 

 

Ihre

 

B E R L I N E R  E F F E K T E N B A N K

Niederlassung der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank

 

© BERLINER EFFEKTENBANK @iAY

Unser letztjähriger Kapitalmarktbericht per 31.12.2021 begann wie folgt:

„Das Jahr 2020 stand wesentlich im Fokus der ersten beiden Pandemiewellen und des US-Präsidentschaftswahlkampfes. In 2021 gesellten sich zum Pandemiegeschehen hinzu, was wir lange nicht mehr kannten: industrielle Lieferengpässe und Inflationssorgen.“

(Leider) nahtlos fortsetzen lassen sich diese Eingangszeilen nun mit den Worten:

2022 – das Jahr, in dem der Krieg nach Europa zurückkehrte, geopolitische Verwerfungen globale Wirtschaftskreisläufe in Frage stellten, eine brisante Energiekrise insbesondere Europa beherrschte und ungeahnt hohe Inflationsdaten im zweistelligen Prozentbereich Wirtschaft sowie Verbraucher heimsuchte.

 

Seit drei Jahren sind Politik, Wirtschaft und Gesellschaftsstrukturen unter Dauerstress!

Regeln, Prinzipien, Errungenschaften und Strukturen werden verändert. Olaf Scholz´ „Zeitenwende“ wird unseres Erachtens weitaus größer, umfassender und einschneidender zu interpretieren sein, als der reine Bezug auf den russischen Angriffskrieg. Und dabei ist die Klimaproblematik fast schon zur Nebensache verkommen.

 

Wir erinnern:

Das deutsche Erfolgs- und Wohlstandsmodell fußte im Wesentlichen auf drei Säulen: dem militärischen Schutz durch die USA, dem billigen Energieimport aus Russland und der kostengünstigen Produktionsauslagerung im Wesentlichen nach China.

Das Beispiel unseres Landes zeigt eindrucksvoll die Dimension der Zäsur auf, in der wir uns befinden.

 

 

Unser Blick voraus auf die Kernthemen:

1) Inflationsgeschehen: Basiseffekt, Konjunkturrückgang und Reduktion der Lieferengpässe sollten die Kerninflation sukzessive reduzieren und innerhalb der nächsten zwei Jahre in den Bereich 2%-4% zurückführen.

2) Zentralbanken: Im Vordergrund steht die Inflationseindämmung. In der Hoffnung, dass dies durch konsequentes Tapering und Zinsanhebungen gelingt, bestehen ab Anfang 2024 Zinssenkungsphantasien.

3) Rolle Chinas: Sobald China pandemiebedingt seine Produktions- und Logistikkapazitäten wieder voll nutzen kann, verringern sich die weltweiten Lieferprobleme, das Angebot steigt und kann die Nachfrage befriedigen. In der Folge sinkt die Inflation und eine Stimulanz der Wirtschaft erfolgt.

4) Wirtschaftskrieg: Weitet sich der Wirtschaftskrieg (Chips, Sensoren, Genehmigungen…) zwischen den USA und China aus, werden enorme Markteinflüsse und politische Eskalationen spürbar sein. Dies erstickt jedwede Hoffnungen auf eine Stimmungsverbesserung, treibt die Inflation neu an und kostet Wachstum.

5) Russland: Eine despotisch geführte Nuklearmacht mit Allmachtphantasien und zunehmender Isolierung birgt unkalkulierbares Eskalationspotential.

6) Europa: Europas Stellung definiert sich neu über Eigenständigkeit in militärischen, wirtschaftlichen, politischen und finanziellen Fragen. Gelingt dieser Umbau jetzt nicht, besteht die Gefahr des Zerbrechens, mindestens der Verzwergung.

 

Warum listen wir diese Punkte beispielhaft auf?

Weil wir aufzeigen, dass die Erde weltpolitisch und weltwirtschaftlich vor einem herausfordernden Jahr 2023

steht – einem Jahr mit vielen extremen Risiko-(wende-)punkten.

In diesem Bewusstsein raten wir dazu, höhere Investitionsrisiken weiterhin zu meiden, Substanzanlagen zu favorisieren und Chancen in Folge von offensichtlichen Marktübertreibungen selektiv zu nutzen.

 

Alle Attribute zusammengenommen prognostizieren wir für das Jahr 2023 Folgendes:

 

1)  Assetklasse „Liquidität“:

Die Zentralbanken werden die Leitzinsen im Hinblick auf die Inflationsdaten weiter anheben. Liquidität wird jedoch unverändert real negativ rentieren.

 

2)  Assetklasse „Renten“:

In Folge des anhaltend negativen Realzinses bleibt diese Assetklasse vorerst unattraktiv. Bei weiterem Anstieg der Renditeniveaus kann eine Positionierung in Erwartung rückläufiger Inflationsdaten und einhergehender Zinsstabilisierung in 2023 attraktiv werden

 

3) Assetklasse „Immobilien“:

Preisrückgänge aufgrund von Stagnationsrisiken werden durch rückläufige Bautätigkeiten und Kostenanstiege ausgeglichen. Wir erwarten eine Seitwärtsentwicklung.

 

4)  Assetklasse „Aktien“:

Nahezu alle wichtigen Aktienindizes sind mit KGV´s unterhalb der historischen     Durchschnitte bewertet. Weitere Rückgänge bei den Gewinnprognosen sind zwar zu erwarten – diese sind jedoch in den Preisabschlägen berücksichtigt. Unternehmen sind zudem in der Lage, Geldentwertungen durch Preisanhebungen zu kompensieren. Trotz anhaltend hoher Volatilitäten sehen wir in Aktienanlagen das beste Chance-Risiko-Potential aller Anlageklassen.

 

5) Assetklasse „Rohstoffe/Edelmetalle“:

Höhere Zinsen wirken preisdämpfend auf Edelmetalle. Die Nachfrage nach Industriemetallen sinkt mit zunehmender Wirtschaftsstagnation. Jedoch sind diese Erwartungen bereits eingepreist und positivere Entwicklungen wären dynamische Zündstoffe.

 

Wir werden im Jahr 2023 weiterhin unseren Fokus darauf richten, eine hohe Robustheit der Portfolien zu erreichen. Im abgelaufenen Jahr ist uns dies weitestgehend sehr gut gelungen, was nicht zuletzt die Entwicklung unserer offensivsten Vermögensverwaltungsvariante „Einzelwerte/Chance“ verdeutlicht.

Mit einem Minus in Höhe von nur 4,59% konnten wir unsere Kunden zwar nicht vollständig vor Verlusten bewahren, jedoch deutlich oberhalb der Marktindizes abschneiden.

 

Wir werden gemeinsam mit Ihnen, unseren Mandanten und Partnern das anstehende Börsenjahr erfolgreich meistern, dabei den intensiven Dialog aufrechterhalten und treue Partner an Ihrer Seite sein.

Wir danken Ihnen, dass Sie uns die Chance dazu geben!

 

 

Ihre

 

B E R L I N E R  E F F E K T E N B A N K

Niederlassung der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank